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Führhundausbildung
Blindenführhund lernt das richtig Anzeigen von Treppen

Hundeausbildung

Die Ausbildung eines Blindenführhundes erfordert vom Ausbilder grosse Fachkenntnisse, Feingefühl und Geduld. Dabei muss die Eigenart jedes Hundes und die Unterschiedlichkeiten der verschiedenen Rassen erkannt und empfindsam darauf eingegangen werden.

Grundsätze der Ausbildung

Nicht der Ausbilder, sondern die Umwelt soll den Hund ausbilden. Die Aufgabe des Ausbilders ist es, den Hund mit den verschiedenen Umweltmustern bekannt zu machen. Der Hund soll von sich aus lernen, sich den jeweiligen Situationen anzupassen und richtig zu reagieren.
Der Ausbilder vermittelt dem Hund über das Führgeschirr den Eindruck, dass er wegen des ”Eingespanntseins” nicht überall durchkommt (Höhen- und Seitenhindernisse) und er sich der Umwelt gegenüber anders verhalten muss, wie wenn er angeleint oder gar frei wäre.


Was lernt ein Hund im Führgeschirr?

  • Führen in gerader Richtung
  • Richtungsänderungen
  • Anzeigen oder Umlaufen von Bodenhindernissen, wie: Trottoirkanten, Schläuche, Bretter, Vertiefungen, Pfützen, Unebenheiten, usw.
  • Ausweichen von Seitenhindernissen, wie: Hausecken, Stangen, Parkierte Autos, Velos, Abgestellte Gegenstände, Passanten, usw.
  • Anzeigen oder Umgehen von Höhenhindernissen, wie: Latten, Äste, Barrieren, Vordächer, Sonnenstoren, Hebebühnen von Lastwagen, Kipptore, usw.
  • Führen entlang von Abgründen, Perronkanten, Wanderwege, usw.
  • Überqueren von Kreuzungen
  • Verhalten in Baustellen - Umgehen von Baustellen
  • Verhalten im Einkaufscenter / div. Geschäften
  • Führen auf Strassen ohne Trottoir
  • Aufsuchen und Anzeigen von Nahzielen, wie: Sitzgelegenheit, Billetschalter, Fussgängerstreifen, Treppen, Türen, Transportmittel ( wie Bus, Bahn, Tram, usw. ), Ausgänge, Briefkästen, Telefonkabinen, usw.

Weisser Schäferhund mit Ausbilder unter der Dunkelbrille passieren einen Engpass Scharzer Labrador-Mix wartet gespannt Schwarzer Königspudel lernt Höhenhindernisse umlaufen
Führen durch Engpässe Warten und bleiben... Umlaufen von Höhenhindernissen

Nebst dieser Führarbeit lernt der Hund, ein angenehmer Begleiter in allen Situationen zu sein. Sei es zu Hause, beim Spaziergang, zu Besuch, beim Hobby, im Spiel mit Artgenossen, oder ganz einfach:
Der Führhund soll seinem Halter ein zuverlässiger Partner in vielen Lebenslagen sein.


Der Ablauf

Zu Beginn der Ausbildung wird der Hund in einem medizinischen und orthopädisch-neurologischen Untersuch in der Tierklinik Möhlin auf sein Befinden untersucht. Dieser aufwendige Check wird auch vor der Abgabe an eine blinde Person wiederholt, so kann der VBM sicherstellen, dass der Hund gesund und bereit zum Einsatz ist. Die Ausbildung dauert in der Regel 6-9 Monate.

Alle Hunde leben bei uns auch während der Ausbildung in der Wohnung des Instruktors und geniessen dort den Familienanschluss. Das Ausbilden der Hunde findet in Liestal und der näheren Umgebung statt.

Während der Ausbildung werden Hund und Ausbilder alle 2 Monate geprüft und die Ergebnisse protokolliert.
Ist der Hund ausreichend ausgebildet und kann alle 34 Hörzeichen umsetzen, so absolviert der Ausbilder unter der Dunkelbrille eine Prüfung, welche von einem anerkannten Experten des BSV (Bundesamt für Sozialversicheung) abgenommen wird.

Mehrere Besuche beim Sehbehinderten oder Blinden mit in Ausbildung stehenden Hunden helfen, das richtige Gespann zusammen zu führen. Wenn es für den Sehbehinderten oder Blinden machbar und auch zumutbar ist, geben wir den ausgewählten Hund für ca. eine Woche zu ihm in die Ferien (der Hund leistet jedoch noch keine Führarbeit), damit das Vertrauen zueinander schon vor der Einführung wachsen kann.

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VBM, Sekretariat, R. Fischer, Weideliweg 20, 4410 Liestal, Tel.: 061 906 30 00, vbm@blindenhund.ch