Verein für Blindenhunde und Mobilitätshilfen VBM Weideliweg 20 CH-4410 Liestal +41(61)906 30 00 vbm@blindenhund.ch
Zusammenarbeit mit Züchtern 
Wir gehen davon aus, dass sich das Wesen des Hundes einerseits aus dem Erbgut und anderseits aus der Fülle der vor - und nachgeburtlichen Erfahrungen bildet.

Deshalb sind nicht nur Kenntnisse über die Gesetzmässigkeiten der Vererbung des Erbgutes nötig, um gezielt und mit Erfolg zu züchten und jene Anlagen des Tieres zu fördern, die ihm die spätere Aufgabe erleichtern. Ebenso wichtig sind Eindrücke aus der Umwelt, auf die sich der Hund einstellt. Es ist möglich, dass bereits schon das Wachstum des Embrios durch äussere Umstände beeinflusst werden kann, z. B. Umgebung, Haltung, Behandlung und Ernährung des Muttertieres während seiner Trächtigkeit. Hier müssen noch viele Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden. Über die Entwicklungsphase nach der Geburt verfügen wir über wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse, die wir uns zu Nutzen machen wollen, insbesondere die Erkenntnisse in der Gehirnforschung. Es ist erwiesen, dass sich das Wachstum des Gehirns nach den Einflüssen der Umwelt richtet. Je umfassender und reichhaltiger diese sind, desto belastbarer, aufnahmefähiger und funktionstüchtiger wird das Gehirn. Hier kann der Züchter in den ersten Entwicklungsperioden des Hundes einen wesentlichen Beitrag zur gesunden Entfaltung leisten.

 

Die Erbanlagen

Die Erbanlagen sind genetisch bedingt. Sie bilden das Fundament der Wesensverfassung. Den Erbanlagen sind grösste Beachtung zu schenken. Diese Anlagen sind feste Bestandteile des hündischen Wesens. Sie sind zwar vorübergehend zu unterdrücken, können aber nicht verändert werden.

Ein gutes Beispiel ist der Jagdtrieb. Ein angeborener Jagdtrieb kann nur mit Unterdrückung unter Kontrolle gehalten werden (Leinenlaufen, guter Abruf, dauernde Kontrolle, usw). Sobald der Hund diese Kontrolle nicht mehr hat, in unserem Fall bei der sehbehinderten oder blinden Person, wird der Jagdtrieb wieder durchbrechen.

So kann es passieren, dass gewisse Erbanlagen erst bei der sehbehinderten oder blinden Person zum Vorschein kommen. Wir Sehenden hatten den Hund unter Kontrolle.

Einige wichtige Erbanlagen können wir beim Welpentest feststellen. Wir gehen davon aus, dass der ca. 7 Wochen alte Welpe noch keine erworbene, sondern nur angeborene Fähigkeiten hat.

                     
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