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Ein immer noch aufsehenserregender Hund mit seiner weissen Fellfarbe ist der Berger Blanc Suisse, der Weisse Schweizer Schäferhund. Er wurdeaufgrund seiner Fellfarbe nicht nur jahrzehntelang als eigenständige Rasse abgelehnt, sondern auch als fehlerhaft eingestuft und ein Wurfprodukt, dass es zu vermeiden galt.

Den Ursprung der Schäferhundrassen bildeten womöglich die damaligen Arbeitshunde der Schäfer. Durch ihr helles oder weisses Fellkleid war es den Schäfern möglich den eigenen Hund in der Dunkelheit vom Raubwild zu unterscheiden. Durch selektive Züchtungen entstanden einzelne, typische Rassehunde.

Zurückverfolgen kann man die Geschichte des Berger Blanc Suisse bis in die 1880er Jahre, als Baron von Knigge seinen weissen Schäferhund Greif an den Züchter Friedrich Sparwasser verkaufte. Sparwasser, der bereits seit den 1870ern in seinen Zwingern im Deutschen Frankfurt helle und weisse Schäferhunde züchtete, hat diese seit 1882 bis mindestens 1899 an verschiedenen Hundeausstellungen präsentiert.

Der Grundstein wird gelegt

Greif wurde dort zum Grossvater des Begründers dieser Rasse, Hektor Linksrhein, besser bekannt als Horand von Grafrath.

Horand von Grafrath wurde mit seinem Bruder Luchs Sparwasser am 1. Januar 1895 in den Zwingern Sparwassers geboren. Obwohl Hektor a.k.a. Horand äusserlich dem wolfsgleichen Ideal eines Schäferhundes entsprach, trug er durch seinen Grossvater das rezessive Gen in sich, welches bei Verpaarung mit einem weiblichen Schäferhund und ebenfalls Träger dieses Genes Welpen mit weisser Fellfarbe hervorbringen konnte.

Horand von Grafrath wurde als erster Schäferhund mit dem Kürzel SZ-1 beim Verein für Deutsche Schäferhunde niedergeschrieben und hat durch die Zucht das rezessive Gen für weisse Haare an seine Nachkommen weitergegeben, so dass dieses Ende des 19. Jahrhunderts fest in der DNA der deutschen Schäferhunde verankert war.

Dementsprechend wurden immer häufiger Welpen mit dem auffälligen weissen Fell geboren und bekamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr Aufmerksamkeit. Einige waren fasziniert von der Farbe und betrachteten sie als eine Erweiterung der Rasse, während andere diese Welpen als fehlerbehaftet sahen und, um das farblich wolfsähnliche Ideal des deutschen Schäferhundes zu behalten, weisse Welpen verbieten wollten.

Durch die in den 1920er Jahren immer stärker vertretenen Fürsprecher, die den weissen Schäferhund aus dem Zuchtprogramm eliminieren wollten, geriet der Verein für Deutsche Schäferhunde vermehrt unter Druck.

Es dauerte bis 1933, als die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler den Rassenstandart überarbeiteten und nicht nur weisse Welpen ausschlossen, sondern auch deutsche Schäferhunde, die weisse Welpen gezeugt haben. Selbst als die Rasse durch den intensiven Nutzen am Ende des Zweiten Weltkrieges beinahe ausgerottet war, hielt man an dieser Regelung fest.

Ein neuer Beginn

In den USA fand der weisse Schäferhund lange Zeit, bis nach dem zweiten Weltkrieg, wesentlich mehr Unterstützung und wurde auch als Familienhund beliebter. Als nach dem Krieg jedoch eine neue Generation der Züchter für Ausstellungen in den USA, Kanada und Australien sich dafür aussprachen, den begrenzenden Rassenstandart aus Deutschland zu übernehmen, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch dort das weisse Fellkleid unerwünscht war. Trotzdem behielt er dort viele Anhänger.

Der erste Schritt zur eigenen Rasse machte Agatha Burch, die mit ihrem weissen Schäferhund Lobo 1966 aus den USA in die Schweiz reiste. Lobo kann heute als Stammvater der Berger Blanc Suisse angesehen werden.

Die definitive internationale Anerkennung als Berger Blanc Suisse erfolgte erst 2011, über 100 Jahre nach der Dokumentation des ersten weissen Schäferhundes.
Die Schweiz wurde deshalb als Ursprungsland angegeben, weil es das erste Land war, das acht voneinander unabhängige Linien nachweisen konnte.

Der Berger Blanc Suisse ist ein von der Statur her gut bemuskelter und proportionaler Hund. Das Fell kann lang oder kurz sein und bedarf keiner besonderen Pflege, allerdings ist die artgerechte Auslastung und Haltung eher aufwendig. Vom Wesen sollte er nervenstark sein, intelligent und ein schneller Lerner. Er ist seiner Familie gegenüber loyal, Fremden aber etwas zurückhaltend, ohne aggressiv oder ängstlich zu sein.

Heute ist der Berger Blanc Suisse häufig ein Nutz- oder Familienhund und ist in vielfältigen Arbeitsfeldern einsetzbar, ob als Wachhund, Rettungshund oder Blindenführhund, wie beim Verein für Blindenhunde und Mobilitätshilfen.

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