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Winter is coming – die bekannte Aussage der Game of Thrones-Fernsehserie spürt die Schweiz im November unerbittlich. Der Winter naht, die Temperaturen fallen genauso wie die letzten bunten Blätter des Herbstes und die Schneegrenzen der umliegenden Hügellandschaft.

Doch mit dem Winter kommen auch neue Gefahren wie glatte Eisflächen, Dunkelheit und eine veränderte Schneelandschaft.
Für Menschen mit einer Sehbehinderung gilt es besonders sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten und Massnahmen zu ergreifen.

Um sicher durch den Winter zu kommen, haben wir einige Punkte zusammengetragen, die sehbehinderte und blinde Personen für sich selbst und für ihren Blindenführhund tun können – und wie Mitmenschen helfen können.

Die persönliche Ausrüstung

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Der Spruch hat einen wahren Kern. Die Gefahr sich bei Schnee zu verirren ist ungleich höher. Deshalb empfiehlt es sich warme Kleidung in Schichten anzuziehen – damit man auch dann nicht friert, wenn man unerwartet länger draussen unterwegs ist.

Neben wärmender Kleidung ist sichtbare Kleidung eine der wichtigsten Sicherheitsmassnahmen im Winter. Bunte und reflektierende Kleidung erhöht die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Autofahrer. Wem die klassische Warnweste ästhetisch nicht gefällt, kann reflektierendes Klebeband am weissen Stock befestigen und zusätzlich ein Blinklicht mit sich führen.

Da Schnee auch Geräusche schluckt und damit beispielsweise das Geräusch eines herannahenden Autos, ist es umso wichtiger bei einem Fehltritt gesehen zu werden.

Der beinahe wichtigste Teil der Kleidung sind wasserfeste Schuhe. Sie sorgen für warme Füsse und sicheren Stand bei Schnee und Eis. Eine rutschfeste Aussensohle mit griffigem Profil bietet mehr Trittsicherheit. Für extreme Situationen oder überraschende Vereisungen lohnt es sich, überziehbare Spikes griffbereit zu haben.

Der weisse Stock ist im Winter Fluch und Segen zugleich. Wenn der Schnee fällt, verändert sich die Landschaft. Orientierungspunkte verschwinden unter einer weissen Schicht und der weisse Stock liefert kaum mehr wahrnehmbare Informationen, wo der Gehsteig aufhört und die Strasse beginnt. Deshalb sollte bei kritischen Orten, wie zum Beispiel Treppenabgängen, der Schnee beiseitegeschoben werden, damit plötzliche Steigungen oder Senkungen ertastbar sind.

Sicherheit im weissen Abenteuer

Geht man zum ersten Mal an einen neuen Ort, lohnt es sich einen Plan dabei zu haben, Mitmenschen um Hilfe zu bitten und zusätzlich Zeit einzuräumen – so dass man ruhig und sicher an das gewünschte Ziel kommt. Ein Mobiltelefon mit Ladegerät – bei kaltem Wetter ist der Akku sehr viel schneller leer – erhöht die Sicherheit.

Dies gilt auch für Führhundehalter. Blindenführhunden bereitet der Winter ebenfalls Mühe und sie können die Orientierung verlieren. Deshalb ist es wichtig, dass der Hundehalter im Zweifelsfalle die Führung übernimmt und seinem Führhund helfen und ihn entlasten kann.

Während Salz auf eisigen Flächen hilft Eis loszuwerden, schaden sie den empfindlichen Hundepfoten. Zusätzliche Massnahmen sind vorzunehmen, um den Hund vor Schmerzen zu bewahren. So halten Hundeschuhe die Pfoten warm und verhindern kleine Verletzungen – ob nun vom Salz oder scharfen Gegenständen, die sich unter Eis und Schnee verstecken.

Falls jemand ein Familienmitglied oder Nachbar mit einer Sehbehinderung hat, ist es eine nette Geste Hilfe anzubieten. Am besten ist es mit der Person zu sprechen – manche sind froh, wenn der Weg zur Haustüre frei von Schnee ist, andere sind erleichtert, wenn bei besonders schlechten Wetter die Post mitgenommen wird. Macht eine Person einen unsicheren oder orientierungslosen Eindruck, ist eine freundliche Nachfrage die beste erste Hilfe.

Winter ist für niemanden einfach, obwohl wir Jahr für Jahr damit umgehen müssen. Doch mit guten Mobilitätsfähigkeiten und Ausrüstung sowie dem gesunden Menschenverstand ist eine sichere Fortbewegung auch bei Schnee und Eis möglich.

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