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Ob in Kinderbüchern, aufklärenden Illustrationen oder Dokumentationen: wird über Assistenzhunde berichtet, ist der Labrador Retriever die dominierende Rasse. Trotz den unterschiedlichen Rassen, die beim Verein für Blindenhunde und Mobilitätshilfen VBM ausgebildet werden, macht der Labrador den grössten Prozentsatz aus – vor dem Grosspudel und Deutschen Schäferhund.

Doch nicht nur als Blindenführhund geniesst diese Rasse hohes Ansehen, auch als Spür- und Sporthund ist er sehr beliebt.

Die geografische Herkunft des Labradors ist schnell geklärt: benannt nach der Labradorsee, einem Arm des Nordatlantischen Ozeans, bei der kanadischen Halbinsel Labrador, welche ein Teil der Provinz Neufundlands ist. Die Nähe zum Neufundländer ist kein Zufall, denn der Labrador wurde erst 1870 auch als solcher benannt.

Zuvor wurde er als St. Johns Hund und in der englischen Sprache auch als „lesser Newfoundland dog“, eine Anspielung auf die kleine Grösse im Vergleich zum echten Neufundländer, beschrieben.

Entdeckt wurde die Halbinsel 1495 von britischen Forschern und damit auch der Labrador als Hunderasse. Im Laufe der Jahrzehnte nahm die Population an Fischermännern immer mehr zu und der Labrador wurde vermehrt als Gebrauchshund eingesetzt.

Gemäss seinem vollen Namen hat er eine besondere Leidenschaft zum Apportieren und brachte den Fischermännern oftmals Fische, die sich vom Haken befreit haben zurück und half die Fischernetze einzusammeln. Er durchbrach das Eis und apportierte Vögel zu den Booten, nur um gleich darauf auf den nächsten zu warten. Mit einem ausgeprägten Willen seinem Halter zu gefallen und Freude an der Arbeit war der Labrador neben der Fischerei auch ein idealer Begleiter für die Jagd.

Und wenn er am Abend von der Arbeit heimkehrte, fügte er sich in die Familienstruktur ein und spielte mit den Kindern.

Ankunft in Europa

Beeindruckt vom vielfältigen Wesen des Labradors nahmen ihn die englischen Besatzer schon bald in die alte Heimat und begannen gezielt mit dem Hund zu züchten. Da es sich bei Kanada um eine ehemalige britische Kolonie handelt und heute noch zum Commonwealth gehört, wird die Herkunft des Labradors als britisch bezeichnet, obwohl die Rasse schon lange vor den ersten Seefahrern in Kanada lebte.

Es dauerte jedoch noch mehrere Jahrhunderte der gezielten Zucht bis der Labrador 1814 zum ersten Mal als eigene Hunderasse erwähnt wurde. 1823 malte Edwin Landseer das erste Gemälde einer Labradorhündin und die erste Fotografie entstand 1856. Durch die Portraits und allgemeine Beliebtheit wurde die Bezeichnung Labrador Retriever in England schnell geläufig.

Der bekannteste Züchter in Grossbritannien war der zweite Earl of Malmesbury, der durch seine Zucht grossen Einfluss auf die Erhaltung der Rasse hatte. Er starb 1841 und der dritte Earl von Malmesbury übernahm die Aufgabe die Rasse mit importierten St Johns Hunden, wie sie immer noch in Kanada hiessen und den Ursprung darstellten, zu halten.

Gleichzeitig hatte er auch eine der grössten Krisen zu überwinden: 1880 ist der Labrador beinahe ausgestorben. Ob durch eine Seuche oder Überzüchtung, der Grund ist bis heute unbekannt. In Zusammenarbeit mit dem zwölften Duke of Home und sechsten Duke of Buccleuch konnte die Rasse jedoch weitergeführt werden.

Dadurch sind auch die wahrscheinlichsten Begründer und Vorfahren der heutigen britischen Labrador Retriever dokumentiert: Ned (geboren 1882) und Avon (geboren 1885).

In Neufundland starb der St. Johns Hund aus, wahrscheinlich wegen politischen Gründen. Um die Schafzucht zu fördern limitierte die Regierung ein Hund pro Familie. Da die St. Johns Hunde noch nicht weit verbreitet waren, hatte dies einen grossen Einfluss.

100 Jahre später, 1885, wurden Hündinnen stärker besteuert als Rüden, was oftmals zum sofortigen Tod von weiblichen Welpen nach der Geburt führte. Zusammen mit der Britischen Quarantäne Verordnung war ein Import ohne Lizenz und einer sechsmonatigen Quarantäne unmöglich.

Die Schafzucht wurde nie ein Hauptwirtschaftsfaktor in Neufundland, aber der St. Johns Hund, der Ursprung der Labradors starb aus.

Die drei Fellfarben

Drei Fellfarben finden sich beim Labrador Retriever: schwarz, braun und blond. Lange Zeit wurden nur schwarze Labradors akzeptiert und braune und blonde Welpen aussortiert. Da schwarz die dominante Farbe ist und blond und braun rezessiv vererbt werden, traten immer wieder verschiedene Farben in einem Wurf auf.

Obwohl das schwarze Fell damals die Farbe der Wahl war, waren die ursprünglichen St. Johns Hunde nicht nur schwarz. Bei einem Schiffsbruch, wurden sowohl ein schwarzer als auch ein brauner Hund gefunden. Das Schiff war auf dem Weg nach Poole in England und die Hunde für die Zucht des einflussreichen Earl of Malmesbury gedacht.

Erst 1899 wurde der erste offiziell akzeptierte blonde Labrador geboren: Ben of Hyde. Vier Jahre später, 1903 wurde auch die Rasse beim Kennel Club anerkannt und die erste Registrierung beim American Kennel Club fand 1917 statt. Der braune Labrador musste bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts auf seinen Durchbruch warten.

Abzeichen sind beim Labrador nicht erwünscht. Oftmals bekommen ältere Hunde graue oder weisse Haare um die Schnauze und an den Pfoten, denn ihre Vorfahren hatten noch im 19. Jahrhundert durchaus weisse Abzeichen an Schnauze, Brust und Pfoten.

Neben den drei Farben gibt es beim Labrador auch zwei unterschiedliche Typen des Körperbaus. Die Showlinie, die vor allem bei Vorführungen gezeigt wird, hat kürzere Beine und einen behäbigeren Körperbau. Die Arbeitslinie ist etwas grösser und schlanker und hat einen athletischeren und funktionellen Körper. Er wird, wie der Name schon sagt, in der Arbeit und Sport eingesetzt.

Der VBM hat Labradors beider Typen und aller Farben ausgebildet und im Einsatz.

Das Fell des Labradors hat mehrere Lagen, ist kurz, leicht ölig und somit beinahe wasserdicht und warmhaltend, was die Wasserratte auf vier Beinen neben der Haut zwischen den Zehen zu exzellenten Schwimmern macht oder zumindest schneller als eine Ente. Mit kraftvollen Hinterbeinen sind sie zu weiten und dramatischen Sprüngen ins Wasser fähig.

Normalerweise wechselt der Labrador das Fellkleid zweimal pro Jahr. Oftmals haaren sie das ganze Jahr durch, die Fellpflege nimmt jedoch nicht viel Zeit in Anspruch. Er hat zur Seite hängende Schlappohren und aufmerksame, warme Augen.

Der Labrador ist ein freundlicher, offener und gefälliger Hund, der es einem leicht macht, sich in ihn zu verlieben. Durch seine arbeitsfreudige Art, die auch ausgelastet werden will und den Willen zu Gefallen ist er ein guter Hund für Führhundehalter, die zum ersten Mal einen Blindenführhund erhalten, da er ihnen auf halbem Wege entgegen kommt.

Seine Anpassungsfähigkeit und seine Stärken in der Nasen-, Wasser- und Apportierarbeit und seine sanfte Art machen ihn zu einem beliebten Begleiter beim Sport und der Arbeit und am Ende des Tages im Zuhause.

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